Kohleausstieg ohne Job-Verluste unrealistisch

Laut einer aktuellen Studie des Berliner Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) soll der Ausstieg aus der Braunkohle im Rheinland bis 2030 ohne negative Folgen für den Arbeitsmarkt möglich sein. Dem widerspricht Kreisdirektor und Kreiswirtschaftsdezernent Dirk Brügge, der tausende Arbeitsplätze und die Sicherheit der Energieversorgung gefährdet sieht. 

Nach Schätzungen sind im Rheinischen Revier derzeit rund 9000 Menschen in der Energiewirtschaft beschäftigt. Die im Auftrag des Ökostrom-Anbieters Greenpeace Energy erstellte Studie geht davon aus, dass allein durch den Ausbau erneuerbarer Energien in den nächsten 13 Jahren ein großer Teil der Braunkohle-Arbeitsplätze ersetzt werden kann. Das hält Brügge für ein Trugbild. Zum einen, weil der Ausbau von Windenergieanlagen schon jetzt auf zunehmenden Widerstand in der Bevölkerung trifft, zum anderen seien Fragen der Speicher- und Grundlastfähigkeit von Wind- und Solarenergie noch nicht hinreichend beantwortet, so dass sie allein die Versorgungslast nicht tragen können. „Es ist ja nicht so, dass nur ein Hebel umgelegt werden muss, damit anstelle von Energie aus Braunkohle Wind- und Solarstrom in Haushalte und Unternehmen fließen.“ Die Energiewende und der Braunkohleausstieg müssten aber ohne Strukturbrüche gestaltet werden können. „Das geht nicht, ohne eine sichere, ausgewogene und bezahlbare Energieversorgung, die Braunkohle als Brückentechnologie einschließt. Neben dem Klimaschutz muss die Versorgungssicherheit gewährleistet sein. Dies ist allein mit erneuerbaren Energien nicht zu schaffen“, erklärt Brügge.
So sei es auch gerade die Nähe zur Braunkohle, warum zum Beispiel Unternehmen der Aluminium- und Chemie-Industrie im Rhein-Kreis Neuss so stark vertreten sind. „Allein in diesen Branchen arbeiten bei uns über 10.000 Menschen. Die Energiewirtschaft und die energieintensiven Unternehmen brauchen daher auch Planungssicherheit.“

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