Jodtabletten-Verteilung: Informationstermin 
im Juni soll nähere Klarheit bringen

Das Innenministerium des Landes will im Juni bei einem ausführlichen Informationstermin für die Hauptverwaltungsbeamten und zuständigen Beigeordneten Klarheit schaffen über die Verteilung von Jodtabletten zum Schutz vor den Folgen von Reaktorunfällen. Das geht aus einem Schreiben aus dem Haus von Minister Ralf Jäger an Landrat Hans-Jürgen Petrauschke hervor. „Wir sind gespannt auf die weiteren Hinweise, die wir bekommen werden“, so Petrauschke.

In der Sitzung der Arbeitsgemeinschaft „Bevölkerungsschutz“ des Landkreistags hat die zuständige Abteilungsleiterin des Ministeriums unterdessen ausgeführt, dass eine Vorverteilung von Jodtabletten nur über die Apotheken erfolgen dürfe, die Informationen über den Kreis der Bezugsberechtigten von den Kommunen und entsprechende Beipackzettel benötigten. Außerdem wie die Expertin darauf hin, dass Jodtabletten auf Grund der Lagerbedingungen in den privaten Haushalten eine Verfallszeit von fünf Jahren haben und danach erneut verteilt werden müssten. Die Nebenwirkungen bei einer zu frühen Einnahme der Medikamente kamen ebenso zur Sprache wie die Tatsache, dass kein anderes Bundesland eine Vorverteilung zulässt.
Im Rhein-Kreis Neuss stand das Thema sowohl in der Bürgermeisterkonferenz als auch im Ausschuss für Rettungswesen, Feuer- und Katastrophenschutz auf der Tagesordnung. Hintergrund sind die umstrittenen Atomkraftwerke Tihange und Doel in Belgien, deren Stilllegung der Kreistag in einer Resolution gefordert hatte. Nach den von der Strahlenschutzkommission verfassten Rahmenempfehlungen für den Katastrophenschutz in der Umgebung kerntechnischer Anlagen liegt der Rhein-Kreis Neuss mit mehr als 100 Kilometern Entfernung nicht in einer sogenannten Zentral-, Mittel- oder Außenzone.

Für ihn und vergleichbare Gebiete ist bei einem Reaktorunglück aber vorgesehen, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Schwangere mit Jodtabletten zur Herstellung einer Jodblockade zu versorgen. Das Land Nordrhein-Westfalen hat diese Tabletten beschafft und dem Rhein-Kreis Neuss 67.000 Pillen-Päckchen zur Verfügung gestellt.

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