„Herz unter Stress“: Experten informierten viele Zuhörer im Kreishaus Grevenbroich

Bluthochdruck ist für einen Großteil der Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich. Das wurde jetzt wieder bei einer Informationsveranstaltung im Kreishaus Grevenbroich deutlich. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke begrüßte dort als Schirmherr rund 100 Zuhörer. Das Seminar stand unter dem Leitwort „Herz unter Stress“ und fand statt im Rahmen der bundesweiten Herzwochen der Deutschen Herzstiftung.

„Der Rhein-Kreis Neuss versteht sich als engagierter Dienstleister für seine Bürgerinnen und Bürger – besonders rund um das Thema Gesundheit. Und der Bedarf an zuverlässiger und verständlicher Information ist größer denn je“, so Petrauschke vor dem Hintergrund der Tatsache, dass jährlich fast 5000 Krankenhaus-Einweisungen im Rhein-Kreis Neuss Durchblutungsstörungen des Herzens als Ursache haben. „Wenn man bedenkt, dass dies nur die Spitze des Eisbergs ist, also eine Vielzahl weiterer Patienten im Krankenhaus primär wegen einer anderen Erkrankung behandelt wird, aber dennoch eine Herzerkrankung aufweist oder auch nur ambulant betreut wird, dann erkennt man die Tragweite des Themas“, so der Landrat.
Dr. Dirk Krause, Oberarzt am Lukaskrankenhaus in Neuss, bezeichnete den Bluthochdruck als „stillen Killer“. Der Referent zeigte in diesem Zusammenhang auf, dass die Messung des Blutdrucks auch mit Fehlern behaftet sein kann. Sowohl unterschiedliche Werte bei der Messung am rechten und linken Arm als auch die Differenz zwischen der Messung an Oberarm oder Handgelenk seien zu berücksichtigen. Dr. Rainer Budde, niedergelassener Kardiologe aus Grevenbroich, klärte über die medikamentöse Beeinflussung von Herzkreislauf- und Stoffwechselerkrankungen auf. Das Schlaf-Apnoe-Syndrom, Durchblutungsstörungen der Niere, gutartige Hormontumore und auch die Engstelle der Aorta beleuchtete Oberarzt Dr. Carlos Correia de Freitas vom Lukaskrankenhaus. Er zeigte auch weitere Behandlungsmöglichkeiten auf. Abschließend erinnerte Dr. Wiebke Reinhard, Fachärztin am Lukaskrankenhaus, an die erste Nierentransplantation im Jahr 1954, um auf die Möglichkeit einer Transplantation der Bauchspeicheldrüse und der Niere bei einer Zuckerkrankheit vom Typ 1 hinzuweisen. NGZ-Redakteurin Ruth Wiedner-Runo führte durch die Veranstaltung.

In den vergangenen zehn Jahren kam es zu einer Lebensverlängerung von durchschnittlich 2,4 Jahren, und möglicherweise spielt dabei die zeitgleich festzustellende Blutdrucksenkung eine wichtige Rolle.

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