Gute Beispiele für Integration: Kreis beteiligt sich an Studie des Landkreistags

Bei Integrationsfragen kann der Rhein-Kreis Neuss auf eine bis in die frühen 1960er Jahre reichende Vorarbeit zurückgreifen. Die Auffassung vertritt Landrat Hans-Jürgen Petrauschke in der Studie „Integration von Flüchtlingen in ländlichen Räumen – strategische Leitlinien und Best Practices“, die der Deutsche Landkreistag initiiert hat. 

Darin werden die Praxiserfahrungen von 18 Landkreisen in den für die Integration wichtigen Handlungsfeldern Wohnen, Sprache, Arbeit und Ausbildung, Schule und Bildung, Ehrenamt sowie gesellschaftliches Zusammenleben dargestellt und anhand von guten Beispielen für andere Kommunen nutzbar gemacht. Das in Kooperation mit dem Beratungsunternehmen Viventure durchgeführte Projekt zeigt also, auf welche Weise Integration gelingen kann. „Die Landkreise bringen die besten Voraussetzungen für Integration mit: Sie haben die dafür passenden Verwaltungsstrukturen, sind gleichzeitig aber noch nah genug an den Menschen vor Ort“, so Landkreistagspräsident Reinhard Sager. Wichtig sei, dass die Kreise Integration strategisch angingen, organisierten und gestalteten, um aus jedem zugewanderten Menschen eine Chance für das Land zu machen. „Insofern sind wir nach der Untersuchung umso mehr der Überzeugung: Die Landkreise können Integration“, schreibt Sager.
„Die Kreise haben eine Fülle von unmittelbaren Zuständigkeiten für die Flüchtlinge, zum Beispiel in der sozialen Daseinsvorsorge oder in der Grundsicherung für Arbeitssuchende. Und auf der lokalen Ebene entscheidet sich letztlich, ob und in welchem Maße Integration gelingt“, ergänzt Landrat Petrauschke. Im Rhein-Kreis Neuss gibt es aktuell rund 7300 Flüchtlinge, die den kreisangehörigen Kommunen zugewiesen wurden, sowie Menschen mit anerkanntem Asyl- oder Flüchtlingsstatus. Von besonderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang das 2014 gegründete Kommunale Integrationszentrum, das sich an Bundes- und Landesprogrammen beteiligt und alle zwei Jahre einen Integrationspreis auslobt. Jährlich vergibt der Rhein-Kreis Neuss zudem ein Stipendium an junge Menschen aus Zuwandererfamilien. Besonders wertvoll sind mit Blick auf den regionalen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt die sogenannten „Integration Points“.

„Mit diesen Einrichtungen erhalten Flüchtlinge im Rhein-Kreis Neuss eine einheitliche Anlaufstelle von Agentur für Arbeit, Jobcenter und Kommune (z. B. Ausländerbehörde, Sozialamt, Jugendamt)“, berichtet Petrauschke. Zusammen mit den acht Städten und Gemeinden, Wohlfahrtsverbänden und Kammern, Arbeitsagentur und Jobcenter, Bildungsträgern und weiteren gesellschaftlichen Akteuren wurden zudem die Eckpunkte für ein Integrationskonzept erarbeitet. Fazit des Landrats: „Wir brauchen Integration und Migration, um der abnehmenden Bevölkerung und dem steigenden Bedarf an Fachkräften entgegenzuwirken. Integration bedeutet für uns alle gesellschaftlichen Fortschritt. Es liegt in unserer Hand, mit den Menschen, die zu uns kommen, eine gemeinsame Zukunft zu gestalten.“

Kommentare sind geschlossen.