Für Diabetes-Patienten geeignet: Das Johanna-Etienne-Krankenhaus

Jährlich werden etwa zwei Millionen Diabetes-Patienten in einer Klinik behandelt. Dabei wird die Diagnose „Diabetes mellitus“ oft zu einer Nebendiagnose, denn die meisten Patienten suchen das Krankenhaus wegen einer anderen Erkrankung auf, beispielsweise einer Hüft-OP oder einer Blinddarmentfernung. Dennoch will sich jeder von ihnen sicher sein, dass im Krankenhaus der Blutzuckerspiegel bedarfsgerecht überwacht wird, die Narkose auf die Diabeteserkrankung abgestellt ist oder Notfallequipment für den Fall einer Blutzucker-Entgleisung bereit steht.

Das Johanna-Etienne-Krankenhaus hat hier den notwendigen Handlungsbedarf erkannt und reagiert. Innerhalb weniger Monate hat die internistische Abteilung im Schulterschluss mit dem niedergelassenen Diabetologen Dr. Rainer Betzholz ein Konzept entwickelt, das den strengen Kriterien der Deutschen Diabetes Gesellschaft standhält und nun mit dem Zertifikat „Klinik für Diabetespatienten geeignet“ ausgezeichnet wurde. Damit ist das Johanna-Etienne-Krankenhaus das erste in der Stadt mit dieser Qualifikation, die eine nützliche Orientierung für Patienten und Ärzte darstellt.
Den Ansatz des Konzepts erläutert Professor Dr. Jens Encke, Chefarzt der Inneren Medizin: „Bei einer Behandlung im Krankenhaus ist es wichtig, bei jedem Patienten die genaue Vorgeschichte, Grunderkrankungen oder Allergien zu erfassen. Bei Menschen, die an Diabetes erkrankt sind, ist dies besonders bedeutend. Daher nehmen wir routinemäßig bei jedem neu aufgenommenen Patienten sofort Blut ab und bestimmen die Blutwerte.“ Der Vorteil: Die Diabetes-Patienten werden richtig eingestellt und zusätzlich werden diejenigen erkannt, bei denen Diabetes bisher unerkannt geblieben ist.
Um die Umsetzung dieses Konzepts sicherzustellen, wurden Schulungsmodule erstellt, denn die zu erfüllenden Kriterien sind streng: So muss ein diabetologisch versierter Arzt zur Verfügung stehen, Pflegekräfte müssen diabetologisch geschult sein und es muss gewährleistet sein, dass die Blutzuckerwerte bei jedem Patienten geprüft werden. Daher wurden Pflegekräfte und Mediziner in den Themen Grundlagen der Diabeteserkrankung, Therapiemöglichkeiten sowie Umgang mit Komplikation und Notfällen intensiv fortgebildet. Der neue DDG-Präsident, Professor Dr. Dirk Müller-Wieland, bilanziert: „Das Johanna-Etienne-Krankenhaus in Neuss hat eine fächerübergreifende Diabetes-Kompetenz.“

 

Foto: Johanna-Etienne-Krankenhaus
Patienten mit Nebendiagnose Diabetes mellitus sind im Johanna-Etienne-Krankenhaus in guten Händen. Das Team dahinter  (v.l.n.r.): Dr. med. Thekla Schwarzlose, Dr. med. Annika Stollenwerk, Prof. Dr. med. Jens Encke, Dr. med. Rainer Betzholz, Dr. med. Anne Fiederling und Margit Tups.

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