Friseur-Innung Rhein-Kreis Neuss sprach Auszubildende los

Ein Abend im Landestheater in Neuss mit 33 Hauptdarstellern: 29 junge Frauen und vier Männer standen im Mittelpunkt der Lossprechungsfeier der Friseur-Innung Rhein-Kreis Neuss im Foyer des Theaters. Den offiziellen Teil eröffnete Obermeister Helmut Filz mit seiner Gratulation zum erreichten Ziel nach der dreijährigen Lehrzeit. Sein Sohn Marco führte als Moderator durch die Feier. Den letzten Akt des offiziellen Teils gestaltete der Obermeister wieder selbst: Er sprach die ehemaligen Auszubildenden traditionell von ihren Pflichten los und erhob sie in den Gesellenstand.

Auch Kreishandwerksmeister Rolf Meurer und Kreisdirektor Dirk Brügge gratulierten. „Seien Sie stolz auf das, was Sie erreicht haben“, sagte Meurer. Sein Dank ging auch an die Eltern sowie an die Ausbilder in den Betrieben, in der Berufsschule und der Überbetrieblichen Lehrwerkstatt. Der Kreishandwerksmeister erinnerte an den Slogan aus der Imagekampagne des Handwerks: „Ich schneide keine Haare, ich rette dein nächstes Date“. Das zeige, wie wichtig Friseure für das Wohlbefinden ihrer Kunden seien. „Sie haben das Glück, Trends mit Ihrer Kreativität und handwerklichem Geschick nicht nur zu begleiten, sondern aktiv gestalten zu dürfen“, sagte Meurer. Er nannte Zahlen: Knapp fünf Millionen Handwerker gibt es in Deutschland mit zwölf Prozent aller Auszubildenden. „Das sind wir. Und Sie gehören dazu.“ Der Beruf des Friseurs bzw. der Friseurin sei dabei schon etwas Besonderes: „Sie sind die Profis für ,Colour, Cut and Style`. Oft sind Sie auch Seelenklempner für die Kunden. Das bedeutet auch, dass Sie eine hohe Verantwortung übernehmen.“

Kreisdirektor Dirk Brügge sprach die Erwartung aller Menschen im Frisier-Sessel an, mit der bestmöglichen Frisur nach Hause zu gehen. „Die Herausforderung besteht darin, Handwerkswissen und -kunst, Tradition und Zeitgeist, Einfühlungsvermögen und Kundenpersönlichkeit gekonnt in Einklang zu bringen. Anders gesagt: Handwerklich anspruchsvoll, innovativ und auch kommunikativ – das Friseurhandwerk ist vieles, aber nicht eintönig.“ Der Rhein-Kreis Neuss mit seinen vier hochmodernen Berufskollegs sei als verlässlicher Partner des Handwerks bereits 2003 von der Handwerkskammer Düsseldorf mit dem Titel „Meisterkreis“ ausgezeichnet worden. Der Kreis werde auch jungen Existenzgründern zur Seite stehen, wenn sich jemand selbstständig machen wolle, so Brügge. Als Jahresbeste wurde Aileen Haar aus Grevenbroich (Ausbildungsbetrieb Hair Definition, Grevenbroich-Noithausen) geehrt. Die 27-Jährige sagte: „Ich bin vorbelastet: Meine Mutter und meine Tante sind ebenfalls Friseurinnen. Ich wollte das auch immer machen und habe mich deshalb für diese Ausbildung entschieden.“ Das Schöne an diesem Beruf sei, Menschen zu verändern und zu sehen, dass ihnen das gefalle. „Die Kunden freuen sich, und ich freue mich, ihnen ein Wohlfühl-Gefühl zu vermitteln. Man kann in diesem Beruf kreativ sein, und man kann weitermachen. Es gibt nach der Ausbildung viele Möglichkeiten“, betonte Aileen Haar, die ab dem nächsten Jahr die Meister-Qualifikation anstrebt.

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