Forum mit Experten diskutierte über den Leistungssport im Rhein-Kreis Neuss

Spätestens ab 2019 wird eine tiefgreifende Reform, die der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und das Bundesministerium für Inneres erarbeitet haben, die Strukturen im Leistungssport verändern. Um frühzeitig und offen über Inhalte der Reform zu informieren und ihre Folgen einzuschätzen, hat der Rhein-Kreis Neuss jetzt Akteure aus Verbänden und Vereinen, Verwaltung und Politik zu einem Forum eingeladen. „Das hochkarätig besetzte Podium zeigt uns die Wertigkeit, die der Rhein-Kreis Neuss in der Sportlandschaft einnimmt und die wir mit Sicherheit erhalten wollen“, so Landrat Jürgen Petrauschke. 

Kernpunkt der Reform ist die stärkere Fokussierung auf die einzelnen Athletinnen und Athleten. Die bisherigen Bundesstützpunkte sollen dafür auf weniger Standorte konzentriert, besser ausgestattet und zentraler im Sinne des Bundes gesteuert werden. Einen hohen Stellenwert nimmt dabei das Konzept der dualen Karriereplanung ein. Nicht alle Punkte der Reform sind unstrittig. Vor allem die Einbindung der Vereine erscheint auch aus Sicht von Experten aus dem Rhein-Kreis Neuss als zu gering.
Auf dem Podium begrüßte WDR-Sportschau-Moderator Claus Lufen neben Kreisdirektor Dirk Brügge Dirk Schimmelpfennig, Vorstand Leistungssport des DOSB, Jürgen Brüggemann, Geschäftsführer der Sportstiftung NRW, Dr. Christoph Niessen, Vorstandsvorsitzender des Landessportbundes, Bernhard Schwank vom Sportministerium NRW sowie Ruderin Alexandra Höffgen. Michael Scharf vom Olympiastützpunkt Rheinland, der die von 100 Interessierten besuchte Veranstaltung mit einem Vortrag über die wichtigsten Punkte der Reform eröffnete, gesellte sich zu der über zweistündigen Diskussion hinzu.

Der Rhein-Kreis Neuss ist als anerkannte NRW-Leistungssportregion mit seinen guten Rahmenbedingungen aktuell ein Aushängeschild in der Sportlandschaft des Landes. Doch auch wenn die Ausgangsposition positiv ist und als gute Nachricht des Abends deutlich wurde, dass die Bundesstützpunkte „Ringen weiblich“ und „Säbelfechten“ in ihrer Existenz aller Voraussicht nach nicht bedroht sind, bleiben Fragen offen – insbesondere hinsichtlich der Zukunft der Landesleistungsstützpunkte sowie der Folgen der veränderten Kaderstruktur und der Förderbedingungen. Besonders dringlicher Wunsch aller Gäste des Abends war es, Klarheit in der Umsetzung und Finanzierung zu schaffen. Dies gilt vor allem für die Trainer, denen aktuell nur Verträge bis Ende des Jahres angeboten wurden. Aufkommende Fragen und deren Antworten im Rhein-Kreis Neuss wollen alle beteiligten Akteure aktiv und vor allem gemeinsam klären. Mit dem Forum ist dazu der erste Schritt erfolgt. „Breitensport und Leistungssport gehören im Rhein-Kreis Neuss fest zusammen. Kinder, bei denen wir Interesse an Sport wecken wollen, brauchen Vorbilder. Wir werden sportliche Talente mit Potenzial genauso fördern wie wir Talente in anderen Bereichen fördern“, versprach Kreisdirektor Brügge.

Ein weiterer Schritt zur sicheren Zukunft des Leistungssports ist die Überarbeitung des Masterplans „Leistungssport für den Rhein-Kreis Neuss“ aus dem Jahr 2001 durch die Sporthochschule Köln. Ausgehend von einer aktuellen Bestandsaufnahme sollen unter Berücksichtigung der veränderten Leistungssportförderung mögliche Maßnahmen für die handelnden Akteure entwickelt werden. Ein Handlungs- und Umsetzungskonzept soll bis Oktober Empfehlungen zur Umsetzung dieser Maßnahmen mit der notwendigen Priorisierung enthalten.

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