Elektro-Innung sprach junge Gesellen los

35 Elektroniker haben jetzt im Rhein-Kreis Neuss ihre Ausbildung abgeschlossen. Die Elektro-Innung erhob die jungen Handwerker in der Neusser Skihalle offiziell in den Gesellenstand.

Als Tina Försters Mutter erfuhr, dass ihre Tochter Elektronikerin werden wollte, machte sie sich zuerst Sorgen. „Strom ist doch gefährlich“, sagte sie. Heute, mehr als dreieinhalb Jahre später, ist sie sehr stolz auf die 26-Jährige: Tina Förster ist Profi im Umgang mit Strom. Sie hat ihre Ausbildung bei der Zülow Elektronik GmbH erfolgreich abgeschlossen. Bei der Lossprechungsfeier der Elektro-Innung Rhein-Kreis Neuss in der Neusser Skihalle war die Korschenbroicherin die einzige Frau unter mehr als 30 jungen Männern. „Mein Handwerk ist sehr abwechslungsreich und die Zusammenarbeit mit den anderen Handwerkern auf der Baustelle macht mir großen Spaß“, erzählt die Elektronikerin. Dabei hatte sie ursprünglich einen anderen Beruf erlernt und als tiermedizinische Fachangestellte in einer Tierklinik gearbeitet. Aber nachdem sie aus betrieblichen Gründen arbeitslos geworden war, sattelte sie um aufs Elektrohandwerk. Eine gute Entscheidung, wie auch die Redner während der Lossprechungsfeier betonten. „Handwerkliches Know-how ist gefragter denn je“, sagte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Die jungen Gesellen könnten stolz sein auf ihren Beruf. Petrauschke ermunterte sie, sich beruflich und gesellschaftlich zu engagieren. „Packen Sie Ihre Zukunft an“, sagte der Landrat.

Herzliche Glückwünsche kamen auch von Kreishandwerksmeister Rolf Meurer. „Knapp fünf Millionen Handwerker in mehr als 140 Berufen, zwölf Prozent aller Auszubildenden, über 500 Milliarden Euro Jahresumsatz, also etwa viereinhalb mal so viel Gesamtumsatz des Volkswagenkonzerns – das sind wir. Und Sie gehören dazu“, sagte Meurer. Das Land brauche Handwerker, betonte er. Alleine im Elektrohandwerk fehlten derzeit bundesweit 27.000 Fachkräfte. Klarer Fall, so Meurer: „Für Sie ist Arbeit genug da.“ Und die ist im Elektrohandwerk besonders spannend, wie Obermeister Wilhelm Prechters hervorhob. Als Beispiele nannte er die zunehmende Vernetzung im Haus („Smart Home“), die Gebäudeautomation und die Digitalisierung unter dem Stichwort „Handwerk 4.0“. Tina Förster sieht das genauso. Besonders gern kümmert sie sich um innovative Installationen im Haus. Und sie will angesichts der rasanten technischen Entwicklung weiter lernen: „Ich möchte den technischen Betriebswirt als zusätzliche Qualifikation machen“, sagt die frisch gebackene Elektronikerin.

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