Ein Beruf, der elektrisiert …

18 junge Gesellen des Elektro-Handwerks wurden jetzt von den Pflichten des Lehrvertrages losgesprochen und erhielten ihre Gesellenbriefe während einer Feierstunde in der Neusser Skihalle. Mit dabei: Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, der stellvertretende Neusser Bürgermeister Dr. Jörg Geerlings und Kreishandwerksmeister Rolf Meurer, die in ihren Grußworten übereinstimmend die sehr guten Chancen für Berufseinsteiger im Handwerk betonten.

Fabian Schäfer hat heute seine ganze Familie mit in die Skihalle gebracht, denn es gibt für den 22-Jährigen aus Grevenbroich gleich doppelten Grund zur Freude. Er konnte nicht nur seine Ausbildungszeit zum Elektroniker um ein halbes Jahr verkürzen, sondern schloss auch noch als Jahresbester vor dem Prüfungsausschuss der Innung ab. Schon seit dem letzten Herbst hat er seinen Ausbildungsbetrieb gegen den Hörsaal eingetauscht. Er studiert an der TH in Köln-Deutz Elektrotechnik. Fabian wollte eigentlich Arzt oder Biologe werden, bis er mit 15 Jahren die Diagnose einer seltenen Gelenkerkrankung bekam. „Seitdem war ich von dem Wunsch ,elektrisiert’, Menschen mit körperlichen Defiziten helfen zu können“, berichtet er. Sein Ziel: Prothesen mittels modernster Medizin-Elektrotechnik bauen. Als Basis für sein Hochschulstudium erschien ihm allerdings eine solide Ausbildung in einem Handwerksbetrieb unverzichtbar.

Eine Einschätzung, die auch Obermeister Wilhelm Prechters teilt, der die bisherigen Auszubildenden offiziell in den Gesellenstand erhob: „Der Beruf des Elektronikers ist nicht nur modern und abwechslungsreich, er bietet auch riesige Möglichkeiten der Weiterbildung und Spezialisierung.“ Das müsse aber nicht immer gleich ein Studium sein. „Wir freuen uns, wenn unser Nachwuchs nach der Ausbildung in den Betrieben bleibt und sich dort weiter qualifiziert“, sagt Prechters angesichts 27.000 freier Fachkräftestellen im deutschen E-Handwerk. Armin Blaschke, Vorsitzender des Prüfungsausschusses, ergänzt: „Das Abi ist keine Grundvoraussetzung. Ein mittlerer Bildungsabschluss reicht völlig aus, um sich für eine entsprechende Lehrstelle zu qualifizieren.“ Wichtig sei Freude an der Arbeit eines Elektrotechnikers. Er empfiehlt, Schulpraktika sinnvoll zu nutzen, um sich schon frühzeitig einen konkreten Eindruck vom Beruf zu verschaffen.
Und so manches Mal habe es ja auch schon bereits während eines solchen Praktikums zwischen dem Schüler und seinem zukünftigen Ausbildungsbetrieb „gefunkt“.

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