Duale Studentinnen im Kreisjugendamt

Ein duales Studium in Betrieb und Hochschule gibt es bereits in Wirtschaftswissenschaften und vielen technischen Fächern – und neuerdings sogar in Sozialpädagogik und Management. Auch der Rhein-Kreis Neuss bietet seit kurzem künftigen Sozialpädagogen und Sozialarbeitern ein Duales Studium an. Seit 1. Oktober sind Aylin Adam (19) und Michelle Heimbach (22) mittwochs bis freitags im Kreisjugendamt in Korschenbroich tätig. An den beiden anderen Wochentagen studieren sie an der Internationalen Berufsakademie in Köln.

Wenn die beiden Frauen voraussichtlich in dreieinhalb Jahren ihr Studium mit dem Bachelortitel „Sozialpädagogik und Management“ abschließen, haben sie beim Rhein-Kreis Neuss jede Menge praktische Erfahrungen gesammelt. „Wir freuen uns, dass wir jetzt dual ausbilden können“, sagt Reinhard Giese, der die Studentinnen als pädagogischer Leiter des Familienbüros betreut. „Die beiden neuen Mitarbeiterinnen bekommen sehr viel mehr Berufserfahrung als Studenten, die bei uns während des Studiums nur Praktika machen. Und sie arbeiten vom ersten Tag an mit.“
Für Michelle Heimbach und Aylin Adam ist das Duale Studium beim Rhein-Kreis Neuss die perfekte Verknüpfung von Theorie und Praxis. Michelle Heimbach, die zurzeit das Team der Glehner Jugendeinrichtung Sinnflut verstärkt, schildert die Vorteile: „Auf diese Weise kann ich meine Erfahrungen in der Praxis besser reflektieren. Außerdem ist die zwei geteilte Woche sehr arbeitsintensiv, aber auch kurzweilig.“
Für beide Kreismitarbeiterinnen stand fest, dass sie Sozialpädagogik studieren wollten. „Als ich von dem Dualen Studienangebot beim Kreisjugendamt gehört habe, habe ich mich sofort beworben“, sagt Aylin Adam. „Ich kannte bereits Duale Studenten aus anderen Bereichen – zum Beispiel aus dem Fitness- und Gesundheitsbereich – und wusste, dass es genau das Richtige für mich ist.“ Im Medienbus „Fuchs“ ist Aylin zurzeit zusammen mit dem Team des Kreisjugendamtes im Einsatz: Medienpädagogische Angebote für Grundschüler in Korschenbroich, Jüchen und Rommerskirchen stehen dabei im Mittelpunkt.

Der Kreis übernimmt die Studiengebühr an der staatlich anerkannten Berufsakademie und zahlt ein Taschengeld sowie das Semesterticket für den Öffentlichen Personennahverkehr. Beide Studentinnen wohnen in Pulheim und pendeln zwischen ihrem Wohnort, Köln und Korschenbroich. „Wir wurden sehr freundlich von den Kolleginnen und Kollegen aufgenommen und fühlen uns wohl im Team“, berichten sie begeistert. Zunächst lernen sie die Jugendarbeit und den Jugendschutz kennen, später arbeiten sie auch in den Bereichen des Jugendamtes wie zum Beispiel in der Jugend- und Familienhilfe mit. Für Reinhard Giese ist das Duale Studium ein Weg, um neue engagierte Mitarbeiter zu finden: „Wir brauchen Sozialarbeiter, und gute Fachkräfte sind heute gefragter denn je.“ Er ist zuversichtlich, dass das Modell Schule machen wird: Wenn Aylin Adam und Michelle Heimbach voraussichtlich in sieben Semestern ihr Duales Studium beendet haben, könnten schon die Bewerbungsgespräche für die nächsten Dualen Studenten laufen. Bereits etabliert hat sich beim Rhein-Kreis Neuss das Duale Studium im Verwaltungsdienst: Auch in diesem Jahr starteten zehn junge Leute in die Vorbereitungszeit für den gehobenen Dienst.

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