Die Partnerschaft zwischen der kolumbianischen Gemeinde Campohermoso und dem Rhein-Kreis Neuss wird zunächst den Bereich der erneuerbaren Energien und dabei besonders die Versorgung entlegener Wohnhäuser mit Solar-Strom betreffen. Außerdem ist eine Kooperation mit der dortigen Kaffeebauern-Genossenschaft vorgesehen. Das wurde jetzt beim Besuch einer Delegation aus Campohermoso unter Leitung von Bürgermeister Pedro Miguel López Vela deutlich.
 
Die kolumbianische Klimapartnergemeinde erwiderte den Besuch einer Abordnung des Rhein-Kreises Neuss vom November vergangenen Jahres. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Kreisdirektor Dirk Brügge und Umweltdezernent Karsten Mankowsky begrüßten im Kreishaus Neuss neben Bürgermeister López Vela auch Campohermosos Planungsamtsleiter Osmar Morales Novoa und Edilfonso Garcia Mora als Repräsentanten der dortigen Kaffeebauern-Genossenschaft. Verantwortlich für das umfangreiche und für die Gäste sehr informative Besuchsprogramm zeichnete das Amt für Entwicklungs- und Landschaftsplanung unter Leitung von Marcus Temburg. Die Organisation des einwöchigen Besuchs sowie die Betreuung der Gäste inklusive intensiver Dolmetscher- und Übersetzertätigkeit lagen in den Händen des Koordinators für kommunale Entwicklungspolitik, Thiago de Carvalho Zakrzewski. Eine Führung im Solarpark in Gohr und ein Termin in einer Kaffeerösterei in Kaarst waren wesentliche Teile des Besuchsprogramms. Auch in punkto Öko-Tourismus ist über eine Zusammenarbeit gesprochen worden. Mit finanzieller Unterstützung des Entwicklungshilfeministeriums leistet der Rhein-Kreis Neuss in Kolumbien einen kleinen, aber praktischen Beitrag zum Schutz des Klimas sowie zur Umsetzung neuer globaler Ziele für eine bessere Welt, die in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung ihren Niederschlag gefunden haben. Eine entsprechende Resolution hat der Rhein-Kreis Neuss vor gut einem Jahr unterzeichnet.

Die Gemeinde Campohermoso liegt im Bundesstaat Boyacá und hat etwa 5000 Einwohner. Für eine Zusammenarbeit mit dem 1110 Meter hoch gelegenen Ort sprechen vielversprechende persönliche Kontakte, gute und stabile administrative Strukturen, ein vom kolumbianischen Guerilla-Konflikt verschontes Gebiet, die relativ gute Erreichbarkeit sowie große Potenziale beim Einsatz erneuerbarer Energien und beim fairen und nachhaltigen Kaffeeanbau. Hinzu kommt ein reichhaltiges kulturelles Erbe.