Dachdecker-Innung: Marco Brüggen folgt seinem Vater Hans nach

Der Obermeister der Dachdecker-Innung Rhein-Kreis Neuss hieß bis zur Wahl in der jüngsten Innungsversammlung mit Nachnamen Brüggen, nach der Wahl heißt er wieder so. Wiederwahl, könnte man denken. In Wirklichkeit ist es ein Generationswechsel der eher seltenen Art: Marco Brüggen (40) übernahm das Amt von seinem Vater Hans (68).

Hans Brüggen aus Grevenbroich-Frimmersdorf engagierte sich knapp zwölf Jahre lang als Obermeister der Innung, wobei er bereits seit 1977 Mitglied im Vorstand mit verschiedenen Aufgabenbereichen war. Wie vor zwei Jahren angekündigt, schied er jetzt vorzeitig aus seinem Ehrenamt aus, um einem Jüngeren Platz zu machen. Und für die kommenden drei Jahre (die Wahlperiode beträgt fünf Jahre) galt es, einen Nachfolger zu wählen. Diese Aufgabe übernahm Marco Brüggen. Der 40-Jährige war 2004 Geschäftsführer der gemeinsamen Firma Bedachungen Brüggen geworden und hat 2015 die GmbH komplett übernommen. Hans Brüggen hatte nach neunmonatigem Besuch der Bundesfachschule in Mayen am 15. Mai 1975 die Meisterprüfung vor der Handwerkskammer Koblenz erfolgreich bestanden. Bereits zwei Jahre später arbeitete er im Vorstand der Innung mit. 2005 wurde er zum Obermeister gewählt. „In all den Jahren hat sich einiges getan“, sagt Hans Brüggen heute. „Wir haben die Zahl der Innungs-Mitglieder nicht nur gehalten, sondern sogar leicht gesteigert. Zurzeit haben wir 63 Mitglieder, hinzu kommen Gastmitglieder, wie beispielsweise Zuliefer-Firmen. Und die Themen der Innungsversammlungen haben sich durch Änderungen zum Beispiel bei der Wärmedämmung gewandelt: Die Zahl der technischen Vorträge hat zugenommen.“ Hans Brüggens Amt als Obermeister war zeitintensiv, zum Beispiel weil die Innungsversammlungen gut vorbereitet werden mussten oder weil er zuweilen als Vermittler zwischen Kollegen und deren Kunden auftreten musste. Auch galt es, Anfragen der Industrie und von Herstellern zu beantworten. In all der Zeit half seine Frau Karola im Büro des Betriebs, die heute acht Mitarbeiter hat, mit. Gerne erinnert sich Hans Brüggen an die Zentralverbandstage: „Zu dieser weltweit größten Fachmesse für unser Handwerk wurden Delegierte eingeladen. Es waren drei oder vier Tage, stets auch mit einem Rahmenprogramm.“ Auch an die Treffen mit Kollegen denkt er gerne zurück.

Dann wollte er kürzer treten, obwohl er auch heute noch jeden Tag im Büro des Betriebs ist oder auf die Baustellen fährt. Der Innungsvorstand fragte Marco Brüggen, ob er das Amt des Obermeisters übernehmen wolle. Der stimmte nach einer Bedenkzeit zu und wurde von den Mitgliedern gewählt. „Die Herausforderungen an dieses Ehrenamt sind groß, ich will die gute Arbeit meines Vaters fortführen und ausbauen“, sagt Marco Brüggen, der seit 15 Jahren Dachdeckermeister ist. Bei den Herausforderungen denkt er an die Nachwuchssuche und an Werbung für das Handwerk. „Wir müssen junge Menschen für unser Handwerk gewinnen und das Innungsleben auch in Zukunft interessant gestaltet“, erklärt der neue Obermeister. Auch seine Frau Angela arbeitet im Büro der Firma mit. „Ich gehe davon aus, dass ich für längere Zeit Obermeister sein kann, wenn die Mitglieder es wünschen“, so Brüggen.

 

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