Archiv im Rhein-Kreis Neuss feierte Richtfest in seinem Erweiterungsbau

Als „gutes Beispiel für gelebte kommunale Zusammenarbeit“ hat Landrat Hans-Jürgen Petrauschke den Erweiterungsbau des Archivs im Rhein-Kreis Neuss in Zons bezeichnet. Dort feierten der Rhein-Kreis Neuss, die Stadt Dormagen und die Gemeinde Rommerskirchen mit zahlreichen Gästen Richtfest auf der Baustelle ihrer gemeinsamen Einrichtung. Früher stand dort das Bürgerhaus. „Statt der Bausünde aus den 1970er Jahren erhält Zons nun einen Prachtbau, der allen zu Gute kommt“, so Petrauschke. Und man liege im Zeit- und Kostenplan. 

Zu den Besuchern gehörte Bundestagsabgeordneter Ansgar Heveling genauso wie Landratsvertreter Horst Fischer oder Dr. Arie Nabrings, der Leiter des Archivberatungs- und Fortbildungszentrums, das der Landschaftsverband Rheinland unterhält. Auch die Kreis-Dezernenten Tillmann Lonnes, Karsten Mankowsky und Bijan Djir-Sarai machten sich ein Bild vom Fortschritt der Arbeiten. Vor dem Richtspruch von Zimmermann Lukas Ahland würdigte die Dormagener Beigeordnete Tanja Gaspers das Archiv unter Leitung von Dr. Stephen Schröder als „Gedächtnis der Stadt und des Kreises“. Gerade im Hinblick auf die Kooperation mit etlichen Schulen berge der Erweiterungsbau „enorme Chancen für die Zukunft“. Nicht nur für Hermann Schnitzler, Dezernent der Gemeinde Rommerskirchen, wird der Komplex „ein weiteres Aushängeschild für Zons, in dem unsere Nachkommen auf Schatzsuche gehen können“.
Planung und Bauleitung für das Projekt lagen in enger Abstimmung mit der Denkmal- und Bodendenkmalpflege beim Amt für Gebäudewirtschaft des Rhein-Kreises Neuss unter der Leitung von Ines Manolias. Insgesamt 6,5 Millionen Euro für Grunderwerb, Planung, Bau, Außenanlagen und Ersteinrichtung investiert der Kreis in den barrierefrei zugänglichen Erweiterungsbau, der notwendig geworden ist, weil die Lagerungsmöglichkeiten im Archiv auf Burg Friedestrom nahezu erschöpft sind. Das Gebäude soll Platz für das Archivgut der nächsten 30 Jahre bieten – auch für das Internationale Mundartarchiv „Ludwig Soumagne“ des Rhein-Kreises Neuss unter Leitung von Achim Thyssen. Dabei wird ein konstantes Raumklima sichergestellt, was für den Erhalt des – vielfach einzigartigen – Materials unverzichtbar ist.

Neben einem Lesesaal und einem Ausstellungsbereich mit archäologischen Funden entstehen im neuen Gebäude auch Gruppenarbeitsräume für Schulklassen und Forschungszwecke. Die Gestaltung der Außenanlagen soll in Anlehnung an den historischen Klostergarten erfolgen, der einst an dieser Stelle existierte. Das Gebäude wird sich mit einer dem Umfeld angepassten Putzfassade, einem Schieferdach sowie Fenster und Türen aus Lärchenholz präsentieren. Im Frühjahr 2017 soll der Erweiterungsbau fertig sein.

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