Ammar Ammis als Praktikant beim Katasteramt im Einsatz

Die Kapelle in Grevenbroich-Münchrath ist für die meisten Praktikanten im Kataster- und Vermessungsamt des Rhein-Kreises Neuss einer der ersten Punkte, an dem sie lernen, wie Vermessung funktioniert. „Hier ist nicht viel Verkehr, und die Kapelle ist frei zugänglich“, sagt Diplom-Ingenieur Holger Stiefermann, der häufig zusammen mit Albert Cloeters Praktikanten betreut. „Deshalb lassen wir die Schüler oder Studenten hier gern praktisch arbeiten.“

Auch der junge Syrer Ammar Ammis griff in Münchrath erstmals zu Messband, Tachymeter und GPS-Gerät und zeichnete im Anschluss daran ein Vermessungsprotokoll. Zwei Wochen lang begleitete der Schüler die Mitarbeiter des Katasteramtes und bekam dabei einen Einblick in deren Alltag. „Die Arbeit war für mich sehr interessant“, sagt der 18-Jährige im Rückblick. „Ich fand es toll, dass ich auch selbst berechnen und messen durfte.“ Positiv fiel ebenfalls das Zeugnis aus, das Ammar Ammis im Anschluss an das Praktikum erhielt. Ihm wurden „gute Sprachkompetenz, schnelle Auffassungsgabe und hohe kognitive Eigenschaften“ bestätigt. „Wir bieten gern solche Praktika für Schüler, aber auch für Studenten an“, betonen Amtsleiter Armin von Hagen und Produktgruppenleiter Michael Fielenbach. „Einerseits machen wir damit Werbung für das Berufsbild des Vermessungsingenieurs, andererseits ermöglichen wir den jungen Leuten einen ersten Einblick in die Arbeitswelt.“

Ammar Ammis hat sich noch nicht festgelegt, ob er sich später beruflich tatsächlich in Richtung Architektur oder Vermessungswesen orientiert. Er ist erst vor 14 Monaten allein nach Deutschland gekommen, lernte zunächst in einer der Internationalen Klassen am Berufsbildungszentrum (BBZ) Dormagen Deutsch und besucht dort zurzeit die Höhere Handelsschule.
Ralf Weber, kommissarischer Schulleiter des BBZ, Bildungsgangleiter Udo Hentrich und Schulsozialarbeiterin Christiane Winkels wissen, dass Berufsorientierung enorm wichtig ist. Insbesondere die Schüler der Internationalen Klassen ihrer Schule profitieren von praktischen Erfahrungen. „Die Jugendlichen wollen gern ins Arbeitsleben hineinschnuppern. Deshalb freuen wir uns über alle Unternehmen und Einrichtungen, die bereit sind, die jungen Leute mit einem Praktikum bei der Berufswahl zu unterstützen“, sind sich die BBZ-Vertreter einig. Dabei sei es gleichgültig, ob die Betriebe Praktikanten für einen Tag, für ein oder zwei Wochen oder auch länger beschäftigen.

Wer Spaß am Umgang mit Daten und Zahlen hat und darüber hinaus ein gutes technisches, mathematisches und physikalisches Verständnis, kann sich als Praktikant im Kataster- und Vermessungsamt des Rhein-Kreises Neuss bewerben. Darüber hinaus bietet die Kreisverwaltung mit weiteren Ämtern und Einrichtungen eine Reihe unterschiedlicher Praktika sowohl für Schüler als auch für Studenten an. Einen Überblick über die Bandbreite der Berufe bietet die Broschüre „Wir machen den Kreis“, die im Internet unter www.rhein-kreis-neuss.de/wmdk zu finden ist.

Anfragen zu Praktika nimmt Vanessa Laabs vom Personalamt per E-Mail unter vanessa.laabs@rhein-kreis-neuss.de entgegen.

Kommentare sind geschlossen.