Altenpflege: Konferenz über „Örtliche Planung“ im Kreishaus Grevenbroich

Die Sicherstellung der Altenpflege ist eine der großen Herausforderungen dieser Zeit. Das wurde jetzt bei einer Konferenz im Kreishaus Grevenbroich deutlich. Gemäß des Alten- und Pflegegesetzes für das Land Nordrhein-Westfalen hat der Rhein-Kreis Neuss eine „Örtliche Planung“ zu erstellen, und darüber diskutierte ein breit gefächertes Publikum aus Politik und Verwaltung, Seniorenzentren und Pflegediensten, Wohlfahrtsverbänden, Kranken- und Pflegekassen. Auch Vertreter der Städte und Gemeinden, Ehrenamtler und Beratungskräfte waren zu der Tagung gekommen.

„Wenn wir uns mit der demografischen Entwicklung und ihren Folgen befassen, betreten wir keineswegs Neuland. Bereits 1976 hat sich das erste Gutachten im Rahmen unseres Silbernen Plans intensiv mit der Situation der Senioren und den Problemen der Altenhilfe beschäftigt“, so Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Schon früher hätten die älteren Menschen den Wunsch kundgetan, dass sie so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben möchten. Es solle also der Grundsatz „Ambulant vor stationär“ gelten. „Und dass nicht nur wegen des Wunsches unserer Senioren. Der Arbeitsmarkt gibt das in den Heimen benötigte Pflegepersonal schließlich gar nicht mehr her. Und die Ausgabensteigerungen – auch bei den kommunalen Haushalten – müssen gebremst werden, damit die Pflege überhaupt bezahlbar bleibt“, sagte Petrauschke.
Der Sozial- und Gesundheitsausschuss des Rhein-Kreises Neuss unter Vorsitz von Dr. Hans-Ulrich Klose hatte Ende 2016 die Aufstellung der „Örtlichen Planung“ nach dem Alten- und Pflegegesetz auf den Weg gebracht. Damit wird eine Gegenüberstellung der vorhandenen Angebote und des Bedarfs der Bevölkerung erarbeitet, die die notwendigen Handlungsschritte für die Zukunft aufzeigen soll. Den Zuschlag hat das ALP-Institut für Wohnen und Stadtentwicklung aus Hamburg erhalten. Das Projektteam erstellte bereits bundesweit eine Vielzahl von Daseinsvorsorgekonzepten für Kommunen von Emden bis Würzburg und steht nun auch dem Rhein-Kreis Neuss zur Seite. Felix Arnold vom Institut berichtete den Fachleuten um Kreisdirektor und Sozialdezernent Dirk Brügge über seine Erkenntnisse. Mit seiner Studie ist die Arbeit aber nicht getan, sondern sie fängt erst an: Die Konferenz bildete den Auftakt für eine breite, fachliche Diskussion der Ergebnisse und der Prognosen.

In Arbeitsgruppen wurden Stichpunkte und erste Ideen gesammelt, um aus der Planung konkrete Maßnahmen zu entwickeln, die den Rhein-Kreis Neuss zukunftssicher machen, und das auch im Alter und bei Pflegebedürftigkeit.

Kommentare sind geschlossen.