Achtsamer Umgang mit der Ressource Energie

Aus energetischer Sicht sind die Rhein-Kreis Neuss Kliniken bereits sehr gut aufgestellt – das ist eine der wichtigsten Erkenntnisse des ersten Energieaudits, das Mitte Oktober in den Kreiskrankenhäusern Dormagen und Grevenbroich St. Elisabeth durchgeführt wurden und dessen Ergebnisse jetzt vorliegen. Der beauftragte Energieauditor, Diplomökologe Martin Nöthe aus Herne, lobte das Energie-Management der beiden Häuser und sprach weitere Empfehlungen zur weiteren Verbesserung der Energieeffizienz aus. „Besonders hinsichtlich der Umstellung auf LED-Leuchten besteht noch weiteres Potenzial“, erklärt Nöthe, der als zugelassener Umweltgutachter für die Bereiche Umweltschutz und Abfallwirtschaft auch für Krankenhäuser tätig ist.

Das positive Fazit des Gutachters bezüglich des Ist-Zustands der Energieeffizienz begründet sich vor allem anhand der Tatsache, dass die Rhein-Kreis Neuss Kliniken in den vergangenen 15 Jahren bereits etliche Maßnahmen zur Energieeinsparung ergriffen haben. So wurden im Jahr 2000 die Kälteanlagen im Kreiskrankenhaus Grevenbroich St. Elisabeth umgebaut, was einen geringeren Wasserverbrauch zur Folge hatte. Eine neue Kesselanlage (Dampf- und Brennwertkessel) wurde 2006 für die Energiezentralen beider Häuser angeschafft; ein 30 Prozent niedrigerer Energieverbrauch ist seitdem die Folge. Unter anderem wurden folgende Maßnahmen zwischen 2008 und 2014 an beiden Standorten durchgeführt: Absorbertechnologie in den Kälteanlagen für die Radiologie beider Häuser. Neue Gebäudeleittechnik (2010), der Einbau von Mikrogasturbinen in Grevenbroich (2010/2011) und die Modernisierung der Kälteanlage für den Zentral-OP (2014) waren weitere Maßnahmen, die für eine bessere Energieeffizienz im Kreiskrankenhaus St. Elisabeth sorgten. Seit 2006 verfügen beide Häuser außerdem über ein modernes Blockheizkraftwerk zur Erzeugung von Strom und Wärme. Mit diesen wurden im Jahr 2014 jeweils ca. 1,3 Millionen Kilowattstunden (kWh) selbst erzeugt. Die bereits erwähnten Mikrogasturbinen im Ärztehaus Grevenbroich produzierten weitere 1,4 Millionen kWh; der Gesamtstrombedarf des Kreiskrankenhauses Grevenbroich St. Elisabeth lag im vergangenen Jahr bei rund 4,4 Millionen kWh, für Dormagen bei 4,9 Millionen kWh.

In Kooperation mit Energie-Auditor Martin Nöthe wurden nun weitere Maßnahmen zur Energieeinsparung festgelegt, die in den kommenden vier Jahren umgesetzt werden sollen. Die Umrüstung auf LED-Leuchten, mit der 2014 begonnen wurde, soll forciert werden; bei Neu- oder Umbaumaßnahmen sollen künftig direkt LED-Leuchten verwendet werden. Durch den Einbau einer neuen MSR-Technik soll die OP-Klimaanlage in Grevenbroich optimiert werden. Eine Energieersparnis von acht Prozent sei dadurch möglich, rechnet Nöthe vor. „Die Anlage kann dann zonenbezogen für einzelne Bereiche des Zentral-OP mit seinen verschiedenen Sälen angefahren werden, was derzeit nicht möglich ist.“ Die Kälteanlage der Radiologie soll bis 2019 in den Kältepool der Anlage für OP und Ärztehaus eingebunden werden, außerdem ist der Einbau von Bewegungs- bzw. Präsenzmeldern bei künftigen Um- oder Neubauprojekten geplant.

Abschließend empfiehlt der Diplom-Ökologe die Benennung sogenannter „Energiepaten“.„Bekanntlich lässt sich durch verhaltensbedingte Änderungen immer eine gewisse Menge an Energie sparen, auch wenn sich diese vorher nicht quantifizieren lässt“, sagt Nöthe. Freiwillige Energiepaten auf allen Stationen und allen anderen Funktionsbereichen der Krankenhäuser könnten künftig darauf achten, ob sparsam mit der Ressource Energie umgegangen wird.

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