Abschied von Beate Klapdor-Volmar

150.000 Kinder – eine ganze Generation von I-Dötzchen – absolvierten in den letzten 28 Jahren unter ihrer Leitung die Tests vor der Einschulung. Jetzt geht Dr. Beate Klapdor-Volmar, langjährige Leiterin des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes des Kreisgesundheitsamtes, in Ruhestand. Nachfolgerin ist ihre Mitarbeiterin Barbara Albrecht. 

Die möglichst frühe Förderung von Kindern lag Beate Klapdor-Volmar immer am Herzen. 1988 kam die gebürtige Duisburgerin nach ihrem Medizinstudium in Münster und Düsseldorf und ihrer Ausbildung zur Kinder-Fachärztin am Lukaskrankenhaus Neuss zum Rhein-Kreis Neuss. „Als wir mit Hilfe von Computerauswertungen festgestellt haben, dass die Schulneulinge in bestimmten Stadtteilen nicht gut abschnitten, haben wir im Jahr 2003 das Projekt Prokita gestartet“, blickt die 66-Jährige zurück. „Auf diese Weise konnten wir Kinder im gesamten Kreis schon im Kindergartenalter fördern.“ Damit ging die Zahl entwicklungsauffälliger Kinder beim Eintritt in die Schule deutlich zurück. „Prokita“ war von Anfang so erfolgreich, dass es 2004 den deutschen Präventionspreis erhielt. Außerdem reduzierte das Gesundheitsamts mit dem Adipositasprojekt „gewichtig“ deutlich die Anzahl der übergewichtigen Schulneulinge.

„Doppelt gesund“ – so der Name eines 2010 eingeführten Programms, das schon in der Schwangerschaft beginnt. Hier steht die Gesundheit der Schwangeren und des ungeborenen Kindes im Mittelpunkt. Für die Finanzierung holte das Gesundheitsamt – ebenso wie bei anderen Projekten – Krankenkassen mit ins Boot. So auch beim Programm „Aufgeweckt“, das seit 2012 Eltern und Kinder von der Schwangerschaft bis zum Ende der Grundschulzeit begleitet – zunächst in Neuss-Weckhoven und künftig auch in Neuss-Erfttal. „Im Laufe der Jahrzehnte hat die Arbeit sehr zugenommen“, sagt Beate Klapdor-Volmar. „Zum einen kamen in der Prävention immer mehr Aufgabengebiete hinzu, zum anderen ist auch der Kinder- und Jugendärztliche Dienst von der wachsenden Zahl der Flüchtlinge betroffen.“ Positiv für sie: Sehr viele ihrer 21 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich über das normale Maß hinaus.
Videogrüße aus vier Weckhovener Kindertageseinrichtungen bei der Abschiedsfeier belegen, wie sehr viele Erzieherinnen sie und ihre Arbeit geschätzt haben. Gute Wünsche kamen vom Katholischen Kindergarten St. Paulus, der evangelischen Tageseinrichtung für Kinder „Friederike Fliedner“, der Zauberhütte und vom Familienzentrum Weckhoven. Für ihren Ruhestand hat sich die Wahl-Düsseldorferin vorgenommen, weiterhin zu reisen und viel Sport zu treiben. Mit Skifahren, Nordic Walking und Crosstraining hält sie sich fit; außerdem freut sie sich auf die Geburt ihres ersten Enkelkindes in diesem Jahr.

Kommentare sind geschlossen.